Aldara's Blog - Ramblings about Life, the Universe and Everything Else

Aldara's Blog

stofffanatisch

Vier Uhr und fast dunkel... *seufz*

Das Novembergrau-und-Nieselwetter macht mir Lust auf Kreatives. Nachdem ich vor ein paar Wochen schon größere Stoffmengen übers Internet bestellt hatte (nochmal Petticoat-Stoff, diesmal in weiß sowie Polkadot-Pünktchenstoff in schwarz und rot, jeweils mit weißen Punkten - in Baumwolle, weil sich das Polyester leider nicht bewährt hat) war ich heute, nach einem kleinen Ausflug ins Schwimmbad um die am Donnerstag verpasste Fechtstunde sportlerisch aufzuholen, beim Bummeln durch diverse Stoffgeschäfte.

Eigentlich hab ich ja nur nach einem relativ dicken schwarzen Wollstoff gesucht, für ein Winter-Etuikleid mit weißen Knöpfen und Paspeln, das schon seit August in meinem Skizzenbuch weilt. Den perfekten Stoff habe ich nicht gefunden, dafür unheimlich schönen bestickten Taft (leider eine Spur mehr lila als der türkisfarbene Taft, den ich auch schon mal für ein Etuikleid gekauft habe, sonst hätte ich daraus einen Schal machen wollen), schwarzen China-Stoff mit gold-bunten Stickereien (war günstig und musste gekauft werden, ich liebe China-Kleider!) und unheimlich schönen braun-bunten wollenen Mantelstoff. Unter anderem.

Jetzt habe ich unheimlich große Lust, mir einen Mantel zu schneidern. Wenn man allerdings überlegt, dass das (ich hab die Schnittmusterangaben überschlagen) etwa 60 Euro an Mantelstoff, nochmal ca. 20 Euro an Wattierung und Futterstoff, 10 Euro für den Schnitt und mindestens nochmal 10 für Knöpfe bedeuten würde (da wären wir schon bei 100 Euro), ganz abgesehen, dass es jemand mit meinen beschränkten Fähigkeiten wahrscheinlich unzählige Stunden kosten würde und man nur hoffen könnte, dass das Endprodukt dann tatsächlich auch gut passt... *seufz*
Aber der Stoff war sehr schön...

Aber jetzt muss ich noch überlegen, wo ich sonst den Wollstoff für das Kleid herbekommen soll. Baumwollstoff im I-Net kaufen ist kein Problem, da gibt's nicht so riesige Qualitätsunterschiede. Aber Wollstoff ist ne andere Sache, wie ich festgestellt habe. Hmm. Kennt jemand noch Geschäfte in Berlin außer Karstadt und Idee, wo man Stoffe bekommt? Idealerweise einigermaßen verkehrsgünstig gelegen?

Und ich überlege auch, nicht doch ein Abo bei Burda Style abzuschließen... *g* Hach ja.
9.11.09 16:24


Paris...

Schon lustig, was für Assoziationen allein das Wort mit sich bringt. Crêpes und Baguettes, elegante Häuser, Frauen in Chanel-Roben und großen schwarzen Sonnenbrillen, der Eiffelturm, Dichter, die in kleinen Dachkammern große Werke schreiben, Café au lait in hübschen kleinen Cafés mit kleinen verschnörkelten Metalltischchen... Romantisch auf jeden Fall. Ganz im Gegensatz zu Berlin, bei dem mir am ehesten "lässig" einfällt (wie die Studenten in den ausgewaschenen Jeans, Vans und Sweatshirts, die man überall findet), London ("cool", leicht schmuddelig und British Tea in dunkel getäfelten Räumen) oder New York ("hektisch", Wolkenkratzer, gelbe Taxis und Leute in Businessanzügen).
Es hat einen Hauch von Urlaub und Laissez-faire und trotzt meinen Erinnerungen an 10 Tage Schüleraustausch, bei dem die Sehenswürdigkeiten meine mürrische, schüchterne Austauschpartnerin, die kleine stinkende Wohnung mit dem Hund, den vier Katzen und den Schildkröten in der Badewanne und die Eiseskälte nicht aufwiegen konnten.

Paris also. Nachdem ich gestern Nacht nur vom Bus aus die vielen kleinen Restaurants in den schönen Häusern begutachtet und die Leuchtreklamen bewundert habe und dann nach einer kleinen aber leckeren Mahlzeit aus Nudeln und Salat neben Annika ins Bett gefallen bin, bin ich heute früh in duftender Bettwäsche aufgewacht und habe mich gefreut. Zwar war es noch etwas früh für meine Denkprozesse und meinen Magen (Annika und ihr Mitbewohner müssen heute beide noch arbeiten), so dass ich mein Frühstück erstmal aufgeschoben habe. Es wird ja genug Boulangerien in Paris geben, und wenn nicht, finde ich mit Sicherheit einen Crêpe-Stand. Für danach hab ich mir heute den Eiffelturm vorgenommen und eine kostenlose Stadtführung, die von Sait Michel los und an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbei geht. Und was der Rest des Tages bringt? Mal sehen. Ich bin mit einer Stadtkarte und einem Reiseführer ausgestattet und bin mir sicher, ich werde ein paar schöne Plätzchen finden.
20.11.09 09:17


müde füße und ein leerer geldbeutel

Mein erster Tag in Paris war ganz fantastisch. Nach einer kurzen Dusche machte ich mich kurz nach zehn auf und beschloss mit einem Brioche au Chocolat in der Hand ob des schönen Wetters doch erst mal ein Stück zu laufen. Auf Grund diverser Uneinigkeiten mit der Ticketverkäuferin eine Bahnstation weiter (sie war der Meinung, Tageskarten gäbe es nur für Anwohner und ich solle doch bitte die doppelt so teure Besucherkarte mit ganz vielen Ermäßigungen auf Museen kaufen, das hab ich ihr mal nicht geglaubt) lief ich dann bis zum Umsteigebahnhof (mit kurzem Abstecher in eine zweite unheimlich süße Boulangerie, wo ich mir einen sehr leckeren französischen Schokobrownie "aux poires" gönnen musste), wo die Tageskarte kein Problem war, ich dann aber nochmal gefühlte eineinhalb Kilometer bis zum richtigen Bahnsteig gehen musste. Von da ging's mit dem Zug zum Tour Eiffel. Ich hatte schon Angst, evtl. meine Station zu verpassen, aber als der Zug aus dem Tunnel raus und über die Seine fuhr, mit einem beeindruckenden Ausblick auf ebenjenen Turm, war ich sehr beruhigt.

Nachdem ich dort umgerechnet einen halben Film verknipst hatte (gottseidank gibt es Digitalkameras), war es schon so spät, dass ich mich beeilen musste, bis 13:00 Uhr am Saint Michel zu sein, wo die Walking Tour losging. Nachdem ich aber den richtigen Bus finden konnte, klappte das auch rechtzeitig. Der Tourguide war ein Londoner, der recht flapsig durch die französische Geschichte der letzten 2000 Jahre und die zugehörigen Sehenswürdigeiten führte und diverse dumme Sprüche zur Beziehung zwischen den Franzosen und den Engländern drauf hatte. Vorbei ging es an der Notre Dame de Paris, der Pont Neuf, dem Institut Francaise (hmm, keine cedille auf der Tastatur...), Louvre, les Tuileries, dem Musée d'Orangerie, Place de la Concorde über einen etwas verfrühten Weihnachtsmarkt bis hin zum Grand/Petit Palais. Dreieinhalb Stunden, das macht die Füße langsam lahm. Zum Ende überlegte ich mir noch, ins Musée d'Orsay zu gehen, aber nachdem die Museen freitags um 18:00 Uhr schließen, hätte sich das wahrscheinlich nicht gelohnt. Also beschloss ich, die Champs Elysée bis zum Triumphbogen hochzulaufen, als auch schon Annika anrief. Wir schlenderten dann die teuren Läden entlang und beschlossen, noch ein bisschen im Quartier Latin zu bummeln. Da wurde ich erstmal auf den wahrscheinlich besten Crêpe der Welt in der Crêperie des Artes eingeladen - mit Maronenpüree... wow, der leckerste Crêpe, den ich in meinem Leben gegessen habe! Die Straße runter waren total viele süße kleine Läden, Chocolateries, Buchgeschäfte, Restaurants, Cafés... und irgendwann kamen wir an einer kleinen Boutiqe mit unheimlich tollen Kleidern vorbei. Schön, wenn man sich kurz angucken und dann gleichzeitig einen Laden betreten kann. Die Klamotten waren alle sehr extravagant aber elegant, ein bisschen ähnlich wie die der spanischen Marke desigual. Total toll! Ich hab mich spontan in ein Patchwork-Etuikleid verliebt, das vom Schnitt her aber leider nicht perfekt saß. Hab dafür ein anderes gefunden, total schöne Mischung aus Abend- und Cocktailkleid aus besticktem Taft. Und das schicke Etuikleid gab es auch noch als Mantel - da konnte ich nicht nein sagen. Ach ja. Dafür, dass es Designermode war, war es aber sehr günstig. Und ich hab beschlossen, mich den Rest des WEs nur noch von Crêpe zu ernähren, also kann ich es mir leisten. Fotos werden evtl. nachgereicht. *g*

Jetzt sind wir voll geschafft, aber netterweise kümmert sich Annikas Mitbewohner ums Abendessen. Schokolade machen kann er übrigens auch. Und Brot backen. So was bräuchte man für den Haushalt...
20.11.09 21:29


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