Aldara's Blog - Ramblings about Life, the Universe and Everything Else

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deutsche literatur - 100

Diese Woche habe ich festgestellt, dass ich eigentlich doch ganz gerne deutsche Bücher lese.

Wie ich darauf komme?

Nachdem ich irgendwann in jungen Jahren angefangen habe, mein Bedürftnis nach dem geschriebenen Wort mit kostenloser, im Web zu findender, englischer Fanfiction zu befriedigen, lese ich eigentlich fast nur noch englische Bücher. Und weil ich eh den Genres Krimi, Thriller, Fantasy und SF am ehesten zugetan bin, war das auch deshalb ganz cool, weil 1. die meisten Bücher, die mich interessieren, von englischsprachigen Autoren sind, 2. die Taschenbücher früher raus kommen als auf Deutsch und 3. die Bücher oft auch günstiger sind als die deutschsprachigen Übersetzungen.

Wenn ich dann doch mal deutsche Bücher dieser Genres gelesen habe, weil ich sie geschenkt bekommen oder auf dem Flohmarkt gefunden habe, fand ich den Schreibstil meistens so extrem schlecht, dass ich nicht bis zum Ende lesen konnte. Ich dachte, dass es vielleicht daran liegt, dass ich mich so an den englischen Schreibstil gewöhnt hatte, dass das Deutsch mir seltsam vorkam. Schließlich geht es mir mit Filmen genauso. Im Kino schaue ich mir auch lieber Filme auf Englisch an - wenn ich sie denn synchronisiert anschauen muss, geschieht das mit einem leichten "oh nein!"-Gefühl.

Jetzt meine Erleuchtung: Vor ein paar Tagen hab ich Michael Endes Unendliche Geschichte im Taschenbuchformat, aber in genau der Version (was Cover, den zweifarbigen Druck, Illustrationen und so angeht) die ich als Kind auch hatte gefunden, zusammen mit drei der Legenden aus Phantàsien, die zum 25-jährigen Erscheinen des Originals veröffentlicht wurden. Und die Bücher fesseln mich noch genau so, wie früher. Die Satzführungen sind elegant, die Geschichten spannend, es ist eine Freude, sie zu lesen. Daneben habe ich die deutsche Übersetzung eines SF Romans von M. John Harrison - Licht - angefangen, und mich durch die ersten 50 Seiten gequält.

Woran's wohl liegt? Ich glaube die Wurzel des Problems liegt in der Übersetzung. Es ist einfach nicht möglich (oder unheimlich schwer), Bücher aus einer anderen Sprache so ins Deutsche zu übersetzen, dass die Sprache natürlich ist. Merkt man auch beim selber Herübersetzen: man soll ja eigentlich möglichst nahe am Original bleiben, um den Stil des Autors nicht zu verfälschen. Der Stil des Autors ist aber auf seine eigene Sprache angepasst, die eh einen kulturell bedingt anderen Wortschatz hat, andere Grammatik usw. so dass es auf Deutsch komisch klingen muss. Soll es nicht komisch klingen, müsste man fast die Erzählweise ändern, Sätze zusammenfassen oder ausbauen, umstellen usw.

Was mich jetzt noch interessiert ist, ob das in allen Sprachen so ist, oder ob manche durch die Übersetzung nicht verlieren. Zafóns Schatten des Windes, das original auf Spanisch erschienen ist, hab ich zum Beispiel auf Englisch gelesen und gegenüber anderen englischen Büchern kaum einen Unterschied gemerkt. Allerdings ist Englisch auch nicht meine Muttersprache. Hmm. Kommentare?
29.4.09 15:40


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